Am 10. April 2026 fand im Kleinen Lindensaal ein Bürgerinformationsforum über die geplante Erweiterung des Waldparkplatzes am Cospudener See ein . Eingeladen hatten die Ortsgruppe Markkleeberg von Bündnid 90/Die Grünen und Team Zukunft als Vertreterin eines breiten Bündnisses mit betroffenen Anwohnern, dem Bürgerverein Markkleeberg, Markkleeberg kann´s besser und dem Ökolöwen. Die Veranstaltung war außerordentlich stark besucht, der Veranstaltungsraum vollständig besetzt. Es zeigte sich wie sehr das Thema die Bürgerinnen und Bürger in Markkleeberg und darüber hinaus bewegt.
Tom Pfandt präsentierte zunächst ausführlich die sich bereits mehr als zehn Jahre hinziehende Planung der Stadtverwaltung, am Zöbigker Hafen einen neuen Großflächenparkplatz zu bauen, dem nach aktuellem Stand bis zu 1,3 Hektar Wald geopfert werden müssten. Überraschend war für viele Besucher, in welchem Ausmaß in diesem Prozess selbst grundlegende Informationen der Bevölkerung, aber auch den Städträten selbst vorenthalten werden.
Die Entwicklung und der aktuelle Stand des Bebauungsplanverfahrens wurden schlüssig und im Zusammenhang erklärt. Die aktuelle Parkplatzsituation am See wurde dargelegt, und es wurde deutlich, dass die vorhandenen Kapazitäten bei intelligenter Organisation bereits heute viel effizienter nutzbar wären. Die Ursachen für die bestehenden Probleme, welche durch Parksuchverkehr und Falschparken insbesondere die Anwohner in Zöbigker belasten, würden durch den geplanten Großparkplatz voraussichtlich nicht gelöst werden. Natürlich kam auch die ökologische Bedeutung der betroffenen Waldfläche als Klimaschutz- und Frischluftentstehungsgebiet zur Sprache. Eine ganze Reihe leicht umzusetzender Maßnahmen wurden dargelegt, die das Potential hätten, die Situation bereits jetzt deutlich zu verbessern: von einem kostenpflichtigen Parkzonenkonzept über ein modernes Parkleitsystem bis hin zur Nutzung bestehender Supermarktparkplätze an Wochenenden. Offenbar bleiben diese bilang unberücksichtigt, um das Projekt des Großparkplatzes nicht zu gefährden.
Im Anschluss erläuterte Axel Kühn vom Team Zukunft unterschiedliche Formen der Bürgerbeteiligung und Handlungsmöglichkeiten, mit denen Bürger und Bürgerinnen in die Planung deratiger konfliktreicher Vorhaben einbezogen werden oder auch selbst eingeifen können. Es wurde deutlich, dass ernstgemeinte Beteiligungsverfahren bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Planung einsetzen und transparent gestaltet müssen. Die bisherigen Aktivitäten der Stadt, Bürger und Bürgerinnen zu bereits vorfestgelegten Vorhaben informieren und ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit zu Gesprächen einzuladen, werden diesem Anspruch bislang leider nicht gerecht. Das Potential, welches Patiziption – also beteiligen und mitentscheiden lassen – für die Entwicklung von Vertrauen zwischen Politik und Verwaltung auf der einen sowie Bürger und Bürgerinnen auf der anderen Seite bietet, bleibt so leider ungenutzt und födert Frustration statt Engagement.
Abschließend kam es noch zu einer lebhaften Diskussion, zu der auch mehrere anwesende Mitglieder das Stadtrates beitragen konnten. Eine Teilnehmerin der ersten Gesprächsrunde von Oberbürgermeister Schütze mit gelosten Einwohnern und Einwohnerinnen Markkleebergs war ebenfalls unter den Besuchern und konnte berichten, dass letztlich nur ca. 13% der Eingeladenen am Gespräch teilnahmen und das Gesprächsthema stark eingeschränkt – ein Indiz dafür, wie halbherzig und zögerlich Bürgerbeteiligung bisher angegangen wurde.
Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans ist nach bisherigen Informationen für das erste Halbjahr 2026 geplant – dann haben Bürgerinnen und Bürger 30 Tage Zeit, Stellungnahmen einzureichen. Sollte die Stadt an ihren Plänen festhalten, bleibt als weitere Möglichkeit ein Bürgerbegehren, um auf den Prozess aus der Bürgerschaft heraus Einfluss zu nehmen. Hierfür werden ungefähr 1.000 Unterschriften erforderlich sein.
Unser Beitrag zu den Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung finden Sie hier.
Die gesamte Präsentation zur Veranstaltung mit weiteren Details können Sie gerne per Mail anfragen.
Sie können sich auch gern an der Petition zum Erhalt des Waldes am Cospudener See beteiligen.

